News aus der Welt - 2011
Orcas haben keine natürlichen Feinde. Sie stehen am Ende der Nahrungskette. Sie jagen Fische, andere Meeressäugetiere, sogar größere Wale und auch Haie. Ihr einziger Feind ist der Mensch.
Norwegisches Orcababy gestrandet
31. Dezember 2011Am 2. Weihnachtstag ist ein Neugeborenes am Grunnførfjorden Beach (Norwegen) gestrandet. Zuächst konnte es sich selbst befreien, doch leider wurde es am nächsten Tag tot aufgefunden.
Das junge Baby, bei dem die Nabelschnur noch sichtbar war, wurde möglicherweise kurz nach seiner Geburt durch einen Sturm von seiner Mutter getrennt. Als es lebend gesehen wurde, schien es verwirrt und schwamm nur im Kreis. Es strandet ( Video), kämpfte sich allerdings frei und dennoch gab es kein Happy End. Schon am nächsten Tag wurde sein Kadaver gefunden. Ein DNA-Test soll nun die Herkunft des Babys bestätigen und seine Gruppe ausfindig machen.
Dies ist bereits das dritte Orcababy seit September 2011, das gestrandet ist. Erst starb ein junges Weibchen in Neuseeland bei einer Strandung, Mitte November 2011 wurde ein Neugeborenes tot bei Seaview aufgefunden (ebenfalls weiblich und Typ weiterhin unklar) und nun in Norwegien ein Fund. Zwischenzeitlich wurde Ende November 2011 am McClures Beach ein Offshore angespült. In der Regel werden die Kadaver von Orcas nicht gefunden, da sie in die Tiefe sinken. Anhand dieser Exemplare kann die Art erforscht und hoffentlich weitere Erkenntnisse gewonnen werden, die zu ihrem Schutz beitragen. Damit wäre zumindest der Tod der vier Schwertwale nicht umsonst gewesen. RIP, Baby!
Wichtiger Fund eines Offshores
03. Dezember 2011Ein wichtiger, aber trauriger Fund ereignete sich am McClures Beach in Northern California. Diese seltene Gelegenheit wird womöglich neue Informationen über die geheimnisvollsten Orcas erbringen.
Am 24. November 2011 wurde der Offshore O319 am McClures Beach angeschwemmt. Mit Hilfe eines Fotos seines Sattelflecks konnte das 5,49m lange Männchen identifiziert werden. Die California Academy Of Science entnahm Proben für weitere Tests. Die Todesursache ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt, aber zwei unterschiedliche Vermutungen wurden geäußert. Es könne sich um Verletzungen von einem Schiff oder von einer Auseinandersetzung mit einem anderen Orca handeln.
Offshores halten sich überwiegend von der Küste fern und leben weiter draußen im offenen Meer, weshalb sie nicht regelmäßig von den Forschern beobachtet werden und so nur begrenzt Daten über sie gesammelt werden können. Dieser Fund kann weitere Aufschlüsse über ihre Nahrung, ihre Giftstoffansammlung im Körper und ggf. auch über ihr Verhalten geben. Daher war sein früher Tod hoffentlich nicht umsonst. RIP, O319!
Totes, neugeborenes Orcababy gestrandet
16. November 2011Am Montag, den 14. November 2011 wurde ein neugeborenes Orcababy tot am Strand entdeckt. Ob es zu den Residents, Transients oder Offshores gehört, die in diesen Gewässern angetroffen werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.
Mittlerweile wurde der Kadaver des jungen Weibchens zur Portland State Unisversität überführt, wo eine Autopsie an ihr vorgenommen wurde. Bereits konnte festgestellt werden, dass sie weniger als 2,43 m lang war und lebend zur Welt kam. Es handelt sich demnach nicht um eine Totgeburt wie vorerst angenommen. Erste Anzeichen deuten daraufhin, dass sie an Komplikationen eines Zwerchfellbruchs (Verlagerung von Magenteilen bzw. des gesamten Magens in den Brustraum) verstarb. Weitere Testergebnisse liegen wahrscheinlich erst in ein paar Wochen vor.
Anfang Mai 2010 wurde in der Nähe von Sooke ein Neugeborenes aufgefunden. Der kleine Junge war ein Transient und starb auf Grund des Sturms. Mit dem Fund eines verstorbenen Orcas lassen sich wichtige Informationen sammeln, wie am Beispiel des T-Babys ersichtlich. Jedoch geschieht das nur selten, weil die Körper in der Regel nach dem Tod in die Tiefe des Meeres sinken. So traurig dies auch ist, für die Forschung ist es wichtig, daher wird sie hoffentlich nicht umsonst gestorben sein. RIP, kleines Orcamädchen!
Hier könnt ihr den ganzen Bericht lesen (Englisch) und Fotos ansehen.
Gesuchtes Orcababy gefunden
17. September 2011Das gesuchte Orcababy wurde gefunden, denn es strandete in der Nähe von Duck Creek. Anwohner versuchten das junge Weibchen (2,4m) nass zu halten, aber es starb leider bevor das Rettungsteam eintraf.
Eine Autopsie ergab, dass das kleine Mädchen länger nichts gefressen hatte, denn ihre drei Mägen waren leer. Außerdem schien es in einer schlechteren Verfassung zu sein, als zuvor gedacht. Weitere Testergebnisse werden erwarten, die in ca. zwei Wochen vorliegen sollen.
Auf jeden Fall können auf diese Weise weitere Daten für die Orcaforschung gesammelt werden, denn die meisten Kadaver sinken, weshalb dies ein wichtiger Fund ist... Dennoch - ein junges Leben hat ein Ende gefunden und das ist traurig. RIP, baby girl!
Orcababy allein gesichtet (Neuseeland)
09. September 2011Viele Augenpaare suchen nach einem jungen Orcababy, das am Donnerstag, den 08. September 2011 alleine im Waitemata Hafen (Neuseeland) gesichtet wurde. Polizei, Küstenwache, Kayaker und viele mehr helfen bei der Suche des verloren gegangenen Kalbs, um es anschließend wieder mit seiner Familie zu vereinen.
Die kleine Flosse wurde drei Stunden verfolgt bis ein Student von Dr. Visser eintraf und es weiter beschattete. Leider ging die Spur im Sonnenuntergang verloren. Glücklicherweise sah es gesund aus und die Forscherin ist der Ansicht, dass es bereits von der Muttermilch entwöhnt ist, gibt aber zu bedenken, dass es sich um sehr soziale Tiere handelt, die in Gruppen leben und nicht gut zurechtkommen, wenn sie allein gelassen werden.
Wie es zu der Trennung von Mutter und Nachkomme kam, ist nicht bekannt. Weiterhin steht nicht fest, was mit dem Baby passiert, wenn sie es finden. Falls es in der Nähe des Boots bleibt, würde das Rettungsteam versuchen es zu dem Punkt zu führen, an dem vor kurzem Schwertwale gesichtet wurden. Ein Pod war beim Firth of Thames am Mittwoch, den 07. September 2011 und ein anderer bei Ruakaka in Richtung Süden unterwegs. Letzterer ist möglicherweise die Gruppe des vermissten Orcas.
Weitere Updates werden natürlich folgen, sofern neue Informationen vorliegen! Hier ist der ganze Bericht mit einem Foto!
Ausgerechnet an Morgans wichtigem Tag wird diese Nachricht veröffentlicht! Dr. Ingrid Visser ist in diesem Fall involviert, daher droht dem Orcababy wahrscheinlich keine Gefangenschaft.
Stumpy - Ein tierischer Pflegefall
17. August 2011Stumpy ist für sein restliches Leben gezeichnet, denn als sehr junges Baby wurde er von einem Boot getroffen. Mit schweren Verletzungen an seiner Finne und seinem Rücken glaubten die Forscher ihn für tot, bis er Jahre später auftauchte. Unfähig zu jagen, versorgte ihn seine Community mit Nahrung, Schutz und Liebe.
Er kam 1995 zur Welt und die erste Sichtung von ihm fand 1996 in Tysfjord (Norwegen) statt. Damals schwamm er an der Seite seiner Mutter, das war bereits nach seinem Unfall. Beide befanden sich in Gesellschaft der NE15 Gruppe, obwohl sie keine Mitglieder der NE15s waren.
Der junge Orca verschwand für einige Jahre und alle dachten, dass er nicht überlebt hat. Plötzlich tauchte er in 2002 wieder in Tysfjord auf. Mindestens fünf verschiedene Gruppen kümmern sich um ihn. Oft zieht er mit den NE15s umher, die Gruppe von der seine eigene Familie vielleicht entsprungen ist. Bei den Treffen mit den NE15s wurde Stumpy immer von einem ausgewachsenen Männchen begleitet, das ebenfalls nicht der Gruppe angehörte. In welcher Beziehung die beiden stehen, ist nicht bekannt. Aber es ist für Bullen ungewöhnlich Kälber zu pflegen, wenn es sich nicht um ihre Geschwister oder andere nähere Verwandte handelt.
Beim Jagen bleibt er am Rande der Gruppe, er ist nicht sehr aktiv an dem Jagdprozess beteiligt, dennoch ist er wohl genährt. Wahrscheinlich bedient er sich einerseits an den Fischen, die andere Mitglieder betäubt haben und anderseits wurde zweimal beobachtet wie erwachsene Schwertwale ihm Hering gebracht haben.
Weiterhin sind die Erwachsenen, die ihn begleiten, aüßerst beschützerisch ihm gegenüber. Ein oder zwei Orcas sind immer zwischen ihm und einem Boot. Es ist auch mehrmals vorgekommen, dass sie ihn weggestoßen oder -geführt haben.
Obwohl er mit seiner Mutter gesichtet wurde, konnte sie und seine direkte Familie nicht identifiziert werden. Es ist sehr überraschend, dass so viele verschiedene Gruppen auf Stumpy, der körperlich eingeschränkt ist, aufpassen und für ihn sorgen. Ob sie dies noch immer tun, wenn er ausgewachsen ist?
Die letzte Sichtung von ihm war wahrscheinlich in 2006. In 2005 beobachteten die Forscher wie er sich mehr beim Jagen einbrachte. Vermutlich hindert ihn sein deformierter Rücken am Tauchen. Dieser junge Schwertwal gehört zu der gleichen Community wie Morgan. Zu den Orcas, die außerhalb der norwegischen Fjorde Hering jagen. Die Familien scheinen weitaus toleranter gegenüber "Nicht-Familienangehörigen" zu sein, als es von anderen Gemeinschaften bekannt ist. Das wiederum würde Morgans Chancen auf eine Wiedervereinigung mit ihrer Community erhöhen, aber vor allem zeigt es uns die soziale, freundliche und hilfsbereite Natur der Orcas.
Hier könnt ihr den ganzen Bericht von Stumpy lesen und Fotos anschauen!
5.400km in einem Monat
06. Juni 2011Ein Schwertwal wurde im August 2009 in arktische Gewässern bei Baffin Island mit einem Sender ausgestattet, dieser übermittelte jedes mal beim Auftauchen aus dem Wasser den Standort, wo sich der Orca gerade befand. Bevor der Sender die Datenübertragung stoppte war das Tier 500km vor den Azoren im Atlantik und hatte innerhalb eines Monats eine Strecke von 5.400km zurückgelegt.
Dies ist wahrscheinlich die längste, dokumentierte Distanz, die ein Orca in einem solchen kurzen Zeitraum geschwommen ist. Dabei wurde teilweise ein Tagesmaximum von 252km erreicht. Bis zu 300 mal am Tag wurde ein Signal übermittelt und der Sender funktionierte drei Monate lang.
Der Orca wurde in einer Gruppe von 20 Tieren angetroffen, als er den Sender bekam. Es ist nicht bekannt, ob diese zusammen die weite Reise gemacht haben. Allerdings ist es auch nicht auszuschließen.


