News aus der Welt - 2012
Orcas haben keine natürlichen Feinde. Sie stehen am Ende der Nahrungskette. Sie jagen Fische, andere Meeressäugetiere, sogar größere Wale und auch Haie. Ihr einziger Feind ist der Mensch.
Gerichtsentscheidung: Regierung muss Lebensraum von Orcas schützen
11. Februar 2012Ein Gericht verpflichtete am Donnerstag, den 09. Februar 2012, die Regierung den wichtigen Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Southern Residents und der gefährdeten Northern Residents zu schützen und die Kosten zu tragen.
Nahrungsknappheit, Wasserverschmutzung und Unterwasserlärm gehören zu den stärksten Bedrohungen, mit denen die Schwertwale - insbesondere die Residents - zu kämpfen haben. Gehört das bald zur Vergangenheit? Diese Gerichtsentscheidung könnte Auswirkungen auf den Fischfang und Schiffsverkehr in der Strait of Georgia und Juan de Fuca Strait haben, welche von den Southern Residents genutzt werden, sowie die Queen Charlotte Strait und Johnstone Strait, die zum Gebiet der Northern Residents gehören. Das Gericht verdeutlichte zum Schutz des Lebensraum müssen alle dazu gehörende Aspekte gewahrt werden, also auch Nahrungsangebot und die Qualität der Umwelt.
DFO fechtete das Urteil an mit der Begründung, dass im "Fisheries Act" Vorschriften zum Schutz des Lebensraum nach eigenem Ermessen gelten. Im "Species at Risk Act (SARS)" ist dies jedoch verbindlich. Dennoch prüfen sie die Entscheidung und planen nächste Schritte.
Bleibt es bei dieser Entscheidung wäre das ein wichtiger Schritt für das Überleben der Residents, deren Chancen sich zu erholen mit genügend Nahrung, einer sauberen Umwelt und weniger Lärm steigen würden.
Autopsie klärt auf
09. Februar 2012Das weibliche Neugeborene, welches am 14. November 2011 an einem Strand bei Seaview entdeckt wurde, konnte durch einen DNA-Test als Offshore identifiziert werden.
Befürchtungen, dass die kleine Flosse von der vom Aussterben bedrohten Community der Southern Residents stammte, wurden mittels dieses Testergebnisses zerschlagen. Stattdessen bot es die Möglichkeit weitere Informationen über die mysteriösen Offshores zu erlangen. Zehn Tage nach dem Fund des Babys wurde ein junges Männchen am McClures Beach angeschwemmt. Kurze Zeit später war die Identität durch ein Foto des Sattelflecks und der Finne geklärt. Es handelte sich ebenfalls um ein Offshore, nämlich O319. Unter diesen Umständen lässt sich nur schwer von "doppeltem Forscherglück" reden. Dennoch bieten diese Fälle Möglichkeiten die Offshores besser zu verstehen und sie zukünftig optimaler zu schützen. So ist das junge Weibchen wahrscheinlich an Komplikationen eines Zwerchfellbruchs (Verlagerung von Magenteilen bzw. des gesamten Magens in den Brustraum) gestorben. Ohne post-mortem Untersuchung wäre dies nicht ermittelt worden.
Shamus andere Seite
05. Februar 2012Obwohl sich nach Ansichten der Forscher die höchste Konzentration von Orcas in der Artkis und Antarktis befindet, sind diese nach wie vor sehr unerforscht. Eine umfassende Befragung von Eskimos in der kanadischen Arktis hat nun Aufschluss über die Wanderung und das Beuteschema der dort lebenden Schwertwale gegeben. Wieder machen sie ihrem Namen als "Killerwal" alle Ehre.
Der veraltete Begriff des Killerwals (eng. Killer Whale) entstand, als Seefahrer beobachteten wie die Tiere als Gruppe Jagd auf verschiedene Meeressäugetiere machten und selbst größere Wale nicht vor ihnen in Sicherheit waren. Teilweise sahen die Jagdtechniken ziemlich brutal aus, sodass der "Whale Killer" zum "Killer Whale" wurde.
Die Augenzeugenberichte der traditionellen Jäger spiegeln eben dieses Bild wider. Arktische Orcas gelangen duch das schmelzende Eis nach Nunavut, wo sie Robben, Belugas, Narwale und sogar die größeren Grönlandwale angreifen. Natürlich in perfekter Kooperation von mehreren Individuen. Grönlandwale wurden zu Tode gerammt, Narwale gerissen und mit ihren Überresten gespielt, Robben wurden durch erzeugte Turbulenzen mit der Schwanzflosse von der Eisscholle ins Wasser gespült. Was auf den ersten Blick als grausames Morden erscheint, ist in Wirklichkeit eine perfektionierte Jagdstrategie, die von Mutter zu Baby weitergegeben wird und erlernt werden muss. Sie bevorzugen nur bestimmte Teile ihrer Beute und rühren den Rest nicht an.
Auch die Wölfe des Meeres sind nicht immer erfolgreich. Die Gejagten suchen seichtes Wasser auf und verweilen dort bist die Orcas aufgeben. Eine bewährte Methode! Der Lauf der Natur...
Die Beobachtungen der Eskimos haben dazu beigetragen ein besseres Verständnis für die Schwertwale in der kanadischen Arktis zu erhalten und sie haben daran erinnert, warum diese Tiere ganz oben in der Nahrungskette stehen. Trotz ihrer von Natur aus freundlichen, verspielten und neugierigen Art und der Tatsache, dass in der Wildnis nie ein Mensch durch einen Orca getötet wurde (im Gegensatz zur Gefangenschaft) darf man nicht vergessen, was sie sind: intelligente Jäger, kraftvoll und tonnenschwer.
Orca von Schnellboot getroffen
29. Januar 2012Ein Orca wurde am 20. Januar 2012 in Hawke's Bay (Neuseeland) von einem Schnellboot getroffen, das über die Geschwindigkeitsbegrenzung war. Zwei Familien wurden Zeugen dieses Unfalls, als sie das Tier beobachten wollten. Was schön begann, endete horromäßig.
Der Schwertwal jagte Rochen - die bevorzugte Beute der neuseeländischen Orcas. Keine weiteren Artgenossen waren in der Nähe. Das Schnellboot raste mit hoher Geschwindigkeit heran und traf den Orca. Es war Blut zu sehen. Eine halbe Stunde lang folgte eine Familie dem verletzten Tier, aber wusste nicht recht wie sie helfen konnten. Das Aquarium von Neuseeland teilte ihnen mit, dass dies hin und wieder passieren würde und es gäbe kaum etwas, das man in solchen Fällen tun könnte. Sie beschrieben, dass er/sie sehr schlecht aussah und viel Blut verlor.
Der Fahrer des Schnellboots machte sich auf und davon, nachdem er kurz zurückkehrte, weil die Familie ihm zu winkte. Dies hätte wahrscheinlich vermieden werden können, wenn er sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten hätte. Der Status des Tieres ist ungewiss, ebenso die ID und das Geschlecht. Vielleicht hat es sein Leben verloren...


