Keiko (Free Willy)

Durch die Free Willy Filme wurde Keiko zu dem berühmtesten Orca der Welt. Sein Schicksal rührte die Herzen von Millionen Menschen und führte zu der einzigen Auswilderung eines gefangenen Schwertwals.

Jedoch war er nicht der richtige Kandidat für eine solche Aktion, denn über seine Familie war gar nichts bekannt. Als Resident wie er einer war, würde nur die Gruppe seiner Mutter ihn wieder aufnehmen.

Nichtsdestotrotz war seine Freilassung ein Erfolg. Sie war nicht perfekt, aber er war nicht mehr krank, sondern gesund und kräftig. Er blieb solange wie möglich unter Wasser, erforschte seine Umwelt und suchte Kontakt zu anderen seiner Art statt zu den Menschen. Ihm stand die unendliche Weite und Tiefe des Ozeans zur Verfügung, um endlich wieder Orca zu sein. Das hat ihm gefallen, sonst hätte er sich nicht erholt!

Ein tierischer Filmheld

Ein Jeder hat ihn geliebt - wie konnte man ihn nicht lieben? Er war freundlich, ein echter Filmstar und hatte eine tragische Lebensgeschichte! Keiko...

In 1977 im atlantischen Ozean in der Nähe von Island wurde er möglicherweise geboren. Erstmals hat man in 1979 von ihm Notiz genommen, zu dem Zeitpunkt als er für Delfinarien gefangen wurde. Der damals zwei jährige Schwertwal wurde plötzlich seiner Familie entrissen und war ab da an von Betonmauern umgeben statt in den endlosen Weiten des Ozeans zu schwimmen. Bis 1982 zu seinem Verkauf blieb er in einem isländischen Aquarium, anschließend war er der Besitz von Marineland in Ontario, wo er performen musste. Allerdings blieb er dort nur drei Jahre, denn in 1985 wurde er schon wieder verkauft - wie man es mit alten Gegenständen macht, die man nicht mehr braucht - und zwar an einen Park "Reino Aventura" in Mexiko. Für ganze 350.000$ ging der Deal über den Tisch.

Keiko blieb einige Jahre dort. 1992 begannen die Dreharbeiten zu "Free Willy", ein Warner Bros. Film, der ein voller Erfolg wurde. Keiko spielte die Hauptrolle, den Schwertwal "Willy", der auf einen kleinen Jungen trifft und sich mit diesem anfreundet. Beide sind ohne Familie und als die Eigentümer versuchen Willy umzbringen, beginnt das Abenteuer ihn zu seiner Familie zurückzubringen! Natürlich ein Happy End: Willy kommt frei! Willy ja, Keiko jedoch verweilte weiter in seinem Gefängnis mit den unmöglichen Lebensbedingungen! Das Wasser war viel zu warm, sodass er von Hautkrankheiten - wie auch im Film zu sehen - geplagt war. Auch hatte die Gefangenschaft andere Übel für ihn: er verlor Gewicht und konnte kaum drei Minuten tauchen.

Reise in die Freiheit

Ein Aufschrei ging durch die Welt: Keiko sollte frei sein. Dank an "Free Willy", der Film hat erst auf seine schlechte Situation ausmerksam gemacht. Earth Islands Institute starte 1993 die Suche nach einem geeigneten Ort, an dem er auf seine Freilassung in die Wildnis vorbereitet werden konnte. Weiterhin wurde im selben Jahr die "Free Willy Keiko Foundation" mit vier Millionen$ von Warner Bros. und Craig McCaw gegründet. In 1995 wird er der Free Willy Keiko Foundation geschenkt, die ankündigt, dass er zu einer 7,3 Millionen$ Rehabilitationsanlage beim Oregon Coast Aquarium transportiert wird.

Am 07. Januar 1996 spürt er erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder Meerwasser. Er wiegt nur 3.500kg. Glücklicherweise nahm er zu, auch seine Haut heilte und er tauchte bis zu 17 Minuten lang. Weil er eine sehr lange Zeit in Gefangenschaft war, musste er das Jagen wieder erlernen - mit Erfolg! Im August 1997 fängt er seinen ersten Fisch und isst ihn. Im Juni wog er 4.360kg.

Diese Fortschritte führten zu dem konkreten Ziel ihn im folgenden Jahr nach einer abgesperrten Bucht in Island zu bringen. Am 09. September 1998 fand der Transport statt. Für den 5.443kg schweren Schwertwal musste eine US Airforce C-17 her, um ihn nach Klettsvik Bay in Vestmannaeyjar zu fliegen. Er machte sich gut in seinem ersten Jahr zurück in seinen Heimatgewässern. Sein Interesse bezog sich mehr auf seine Umwelt als auf sein menschliches Umfeld.

So kam es zu ersten Kontakten mit anderen Orcas in der Nähe seiner Bucht. Das "Aufpasserteam" nahm ihn zu Spaziergängen mit aufs Meer. Seine Gesundheit und Ausdauer verbesserten sich fortwährend. In 2001 verhielt er sich wie seine wilden Artgenossen, suchte den Kontakt zu ihnen und blieb mehrere Tage fort. Wie ein Vöglein, das irgendwann das Nest verlässt, schwamm auch Keiko eines Tages im Jahr 2002 davon und gesellte sich für drei Wochen zu seines Gleichen! Bis zu dem Tag, an dem er seine Reise nach Norwegen antrat, wurde er weiterhin beobachtet. Doch er entschied sich zu gehen!!! Weil er es wollte und bereit war zu gehen. Sonst wäre er geblieben. Aber er ging.

In Norwegen traf er auf alte Bekannte. Sein Arzt sagte, er sei in sehr guter Verfassung und andere Forscher stimmten zu. Dies bedeutete, dass er es geschafft hatte sich alleine zu ernähren! Jeder wollte ihn sehen, so kamen viele Leute - auch von außerhalb Europas - um ihn zu sehen. Im Dezember ließ er sich in dem Taknes Fjord häuslich nieder. Sein Team trainierte und fütterte ihn wieder, nur stand es ihm jetzt jederzeit frei zu gehen.

Am 12. Dezember 2003 brachen viele Kinderherzen mit der Nachricht über seinen Tod! Eine Lungenentzündung, die eine häufige Todesursache bei Schwertwalen ist, nahm ihm viel zu früh seine neu gewonnene Freiheit! Er war etwas Besonderes und so erwies man ihn den gebührenden Respekt mit seiner Beerdigung! Sein Grab steht in Norwegen zur Besichtigung.

Ruhe in Frieden, Keiko!