B.C. Transients - T2 Gruppe

Die T2 Gruppe ist die am besten erforschte Gruppe der Transients. Ihre Wurzeln beginnen Mitte der 40er mit einem weißen Orca - und es war nicht der einzige. Albinos, Behinderungen und Gefangennahmen alles in einer Familie.

Heute gehören sie nicht zu den größten Gruppen, aber insgesamt wurde in keiner Gruppe der Ts mehr Individuen katalogisiert als bei den T2s. Ihr Leben hat Geschichte geschrieben.

Mit Alice begann die Geschichte der T2s. Sie wurde Mitte der 40er häufiger um Vancouver Island und an der südlichen Küste von Bristish Columbia gesichtet. Ihre Besonderheit: Alive war weiß. Normalerweise wurde sie mit 2-4 "normalen" Orcas gesichtet. Um 1950 verschwand sie jedoch.

T3 (aka Scarredjaw Cow) wurde auf Fotos von 1958 identifiziert. Sie war damals in Begleitung eines jugendlichen, weißen Orcas, bei dem es sich nicht um Alice handelte. Es war ihre Tochter T6. Ihr Geburtsdatum liegt daher mindestens bei Anfang/Mitte der 40er, wenn nicht sogar noch früher.

In 1970 wurde sie mit anderen Ts in Pedder Bay gefangengenommen. Leider starb sie nach 75 Tagen den Hungerstod. Zwar bot man den Ts regelmäßig Fisch an, doch wusste man zu dem Zeitpunkt wenig über die strenge Ernährung der Transients von Meeressäugern.

Florencia (T2) wurde ebenfalls auf dem Foto von 1958 zusammen mit dem weißen Orca T6 identifiziert. Ihr Geurtsjahr wurde auf 1950 berechnet. Sie hat fünf Nachkommen zur Welt gebracht. In 1970 wurde sie zusammen mit zwei ihrer Schützlingen in Pedder Bay gefangengenommen, eins endete im Delfinarium. Sie selbst wurde nach Monaten wieder frei gelassen.

Nach der Gefangennahme ging ihr Leben weiter. Sie wurde noch dreimal Mutter, schloss sich in 1986 erstmals anderen Ts an und alles veränderte sich ein bißchen. Nun wird sie möglicherweise vermisst. Es gab kürzliche Sichtungen von ihren Töchtern, doch seit 2008 keine mehr von ihr.

T6 ist der weiße Schwertwal auf einem Foto von 1958. Sie war in Begleitung ihrer Mutter T3 und Florencia (T2). Zu dem Zeitpunkt war sie kein Neugeborenes mehr. Um 1950 wurde ein weiterer weißer Orca gesichtet, aber nicht Alice und zusammen mit dem Foto schlussfolgerten die Wissenschaftler, dass es sich um T6 handelte. Sie verschwand jedoch in den Jahren danach.

Anfang der 60er wurde Charlie Chin (T1) geboren, der erste, katalogisierte Transient. Er war fast ebenso auffällig wie seine weißen Gruppenmitglieder, denn er hatte eine Deformierung des Gesichts, die etwas an einen Piranha erinnerte, und seine Finne war ebenso charakteristisch.

In 1970 wurde er mit seiner Mutter Florencia (T2) und seiner kleinen Schwester in Pedder Bay gefangengenommen. Bis zu seiner Freilassung vergingen mehrere Monate, aber seine Schwester sah er nie wieder. Nach diesem traumatischen Erlebnis kehrten sie zu ihre natürlichen Lebensstil zurück und die Familie erholte sich. In 1986 verließ Charlie Chin erstmals seine Mutter und Geschwister. Er verbrachte mehr Zeit allein, gesellte sich von Zeit zu Zeit wieder zu ihnen bis er nach 1992 verschwand. Mittlerweile ist er für tot erklärt worden, obwohl es in 2003 möglicherweise ein Sichtung von ihm gab.

Nootka (T5) war wahrscheinlich Florencias (T2) zweites Baby, das sie um 1963 bekam. Sie geriet mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in die Gefangenschaft von 1970 in Pedder Bay. Zusammen mit Chimo (T4) wurde sie erstmal in ein Delfinarium in Victoria gebracht. Ihr Weg führte von Delfinarium zu Delfinarium (Ontario, California und Texas) bis sie schließlich in SeaWorld San Diego landete, wo sie 1990 verstarb.

Ein weiterer weißer Orca in der T2 Gruppe war Chimo (T4). Sie kam um 1965 zur Welt. Ihr Leben endete in 1972 in einem Delfinarium, nachdem sie zwei Jahre zuvor in Pedder Bay mit ihrer Mutter T3 gefangengenommen wurde. Diese starb an Unterernährung, während sie selbst an einer Infektion zu Tode kam. Es wurde nachgewiesen, dass sie das Chediak-Higashi-Syndrom hatte, welches mit partiellem Albinismus, einer hohen Anfälligkeit für Infektionen und einer verkürzten Lebenserwartung einhergeht.

Zwei Jahre nach dem Schrecken der Gefangennahme und dem Verlust eines Babys und einer Vertrauten gebar Florencia (T2) in 1972 Bajo (T2A). Erst war alles wie immer. Mutter und Söhne reisten zusammen. Dann bekamen sie ein neues Mitglied, woraufhin Bajo verschwand. Für mehrere Jahr blieb er unentdeckt, erst in 1986 tauchte er wieder auf. Was er in der Zwischenzeit getan hatte und wo er sich aufhielt, ist ein Rätsel. Bis zu seiner letzten Sichtung in 1988 in Glacier Bay (Alaska) wurde er regelmäßig angetroffen, dann war er erneut weg und wurde schließlich in 2002 für tot erklärt.

Pedder (T2B) ist vom Jahrgang 1979. Ihre Mom ist Florencia (T2). Seit 1992 verbrachte sie immer mehr Zeit getrennt von ihrer Mom und suchte die Gesellschaft von vielen anderen Transients. Mit 27 Jahren hatte sie in 2006 ihren ersten Nachkommen, ziemlich spät, denn das Durchschnittsalter liegt bei 15 Jahre. Sie ist ein unabhängiges Weibchen.

Florencias (T2) Jüngste ist Tasu (T2C). Sie kam in 1989 zur Welt und war stets an der Seite ihrer Mutter. Auch als sie heranwuchs, zog sie nicht (im Gegensatz zu ihren älteren Geschwistern) alleine davon. Mittlerweile ist sie dreifache Mutter und wirklich erfolgreich in der Aufzucht. Leider wird sie seit einiger Zeit ohne Florencia gesichtet, was ein Indiz für deren Tod ist.

Rocky (T2C1) ist der Erstgeborene von Tasu (T2C). Sie bekam ihn in 2002 als 13-Jährige. Er ist heute ein Sprouter und seine Finne überragt nun die seiner Mutter, doch hat längst nicht seine volle Größe erreicht.

Tumbo (T2C2) musste lange auf seinen/ihren Namen warten (normalerweise erhalten Northern Residents oder ausgewählte Transients in ihrem zweiten Lebensjahr ihren Namen, falls sie überlebt haben). Der zweite Nachwuchs von Tasu (T2C) weist eine Rückgratverkrümmung auf und seine/ihre Zukunft galt lange als ungewiss. Im Jahr 2011 war es dann soweit, Tumbo erhielt seinen/ihren Namen - ein Zeichen, dass es gut um ihm/ihr steht. Er/Sie gesellte sich in 2005 zu der Familie.

In 2006 wurde Pedder (T2B) mit T2B1 eine First-Time-Mom, spät mit 27 Jahren. Das Kleine hat leider nicht überlebt und starb bereits in 2007.

Pedder (T2B2) wurde in 2011 mit einem Kalb an ihrer Seite angetroffen. Es ist noch nicht offiziell bestätigt worden, dass es sich um ihren zweiten Nachkommen handelt, daher bleiben weitere Sichtungen abzuwarten.

Das jüngste Mitglieder der T2s ist T2C3, das dritte Baby von Tasu (T2C). Es wurde in 2011 geboren und gesichtet, als es noch ganz klein war und die typisch orange Färbung hatte. Soweit scheint es wohlauf zu sein und der große Bruder Rocky (T2C1) hilft beim Babysitten.

Die Gefangennahme

In 1970 wurde eine Gruppe von fünf Orcas in Pedder Bay (Victoria) gefangengenommen. Es handelte sich um Florencia (T2), ihrem Sohn Charlie Chin (T1) und ihrer Tochter Nootka (T5) sowie T3 und ihrem Kalb Chimo (T4).

Die zwei Jungtiere, Nootka und Chimo, wurden nach Delfinarien gebracht. Der weiße Wal unterlag nach zweieinhalb Jahren seinem Chediak-Higashi-Syndrom, einem genetischen Defekt, der unter anderem verantwortlich für Störungen in der Hautpigmentierung ist und dass Betroffene anfälliger für Infektionen sind, als auch eine niedrigere Lebenserwartung haben. Nootka hingegen schaffte 20 Jahre, obwohl sie von Park zu Park transportiert wurde.

Die Erwachsenen harrten noch lange Zeit in ihrem natürlichen Gefängnis aus. T3 starb nach 75 Tagen den Hungerstod. Vier Tage danach begannen die Hinterbliebenen Lachs und Herring zu fressen (Transients jagen ausschließlich Meeressäugetiere, aber das wusste man damals noch nicht). Erst nach weiteren viereinhalb Monaten wurden sie von einer unbekannten Person befreit und konnten zurück in ihr normales Leben. Sie stellten sofort wieder ihre Ernährung auf ihre bekannte Weise um.